Das Schnabeltier in Australien (Platypus)

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Platypus Australien

Australien ist ein Land mit einer außerordentlich reichen und einzigartigen Artenvielfalt. Die australische Fauna enthält eine Vielzahl von Tierarten, die auf in anderen Ländern kaum oder gar nicht vertreten sind. Ganz oben auf der Liste der seltsamen Arten steht das Schnabeltier (Platypus): ein kleines Säugetier, das Eier legt, Haare, Schwimmfüße und eine Art Schnabel hat! In diesem Artikel beschrieben wir alles rund um dieses ungewöhnliche Tier.

Lage und Lebensraum

Das Schnabeltier ist nur im östlichen Teil von Australien zu finden. Darunter versteht man die australischen Alpen bis hin zur Halbinsel Cape York und Tasmanien.

Das Schnabeltier ist ein Halbwassertier, das den größten Teil seines Lebens im Wasser verbringt. Es lebt in Flüssen, Bächen, Seen und Teichen und ernährt sich dort von seinem Lieblingsgericht: Shrimps.

Die Weibchen bauen ein Netzwerk von Galerien entlang ihres Lebensraums auf (vergleichbar zu Kaninchen). Diese Galerien verbinden mehrere Räume miteinander. Einer der Räume wird für die Fortpflanzung genutzt.

Charaktereigenschaften

Das Schnabeltier in Australien ist ein kleines braunes Säugetier mit Haaren und einem grau-bläulichen Kiefer, der oft als Schnabel bezeichnet wird. Dieser Kiefer erlaubt es ihm nicht nur zu fressen, sondern verfügt auch über Sinnesorgane, die es ihm ermöglichen seine Beute im Wasser zu lokalisieren. Obwohl es ein fleischfressendes Tier ist, ernährt es sich von Garnelen.

In der Natur lebt das Schnabeltier in Australien durchschnittlich zehn Jahre. Seine Erwachsenengröße liegt zwischen 40 und 50 Zentimetern und variiert nicht von einer geografischen Region zur anderen. Im Gegensatz dazu ist das Schnabeltier im Süden Australiens ‘molliger’ als im Norden. Dies ist auf den Unterschied des Klimas zurückzuführen.

Es hat Schwimmhäute, mit denen es sich leicht im Wasser bewegen kann. Das Schnabeltier benutzt seine Vorderbeine jedoch nur beim Schwimmen!

Im Durchschnitt taucht ein Schnabeltier 30 bis 35 Sekunden am Stück, um nach Nahrung zu fischen. Auftauchen tut es nur, um die Beute zu schlucken. Das australische Schnabeltier kann bis zu 3 Minuten unter Wasser bleiben. Interessant zu wissen ist, dass es durchschnittlich 70 Mal pro Stunde unter Wasser taucht.

Eine weiteres interessantes Merkmal ist, dass die Männer einen Stachel oder “Pfeil” an den Vorderbeinen haben. Dieser Stachel ermöglicht es ihnen, sich durch Injektion von Gift zu verteidigen. Das Schnabeltier ist eines der wenigen giftigen Säugetiere der Welt. Kürzlich haben Forscher entdeckt, dass in dem Gift ein Enzym vorhanden ist das Diabetes beim Menschen behandeln könnte. Im Gegensatz zur Schlange injiziert der Platypus das Gift jedoch nur bei Stress. Daher haben Wissenschaftler noch keinen wirksamen Weg gefunden, um das Gift wiederzugewinnen, ohne das Tier zu schädigen.

Reproduktion von Schnabeltieren

Das Schnabeltier gehört zur Ordnung der Kloakentiere (wie die Ameisenigel auch). Sie unterscheiden sich von allen anderen Säugetieren dadurch, dass sie keinen lebenden Nachwuchs zur Welt bringen, sondern Eier legen!

Die Weibchen sind territorial. Während der Brutzeit bewegen sich nur die Männchen auf der Suche nach Weibchen entlang von Flüssen oder Wasserstellen… Die Männchen konkurrieren um ein Weibchen und entscheiden dadurch welcher von ihnen sich mit dem Weibchen paaren darf. Dieser Kampf ist nicht gewalttätig. Der Gewinner ist derjenige, der es schafft, nach mehreren Wasserfahrten auf den Rücken des anderen zu klettern! Der Gewinner gewinnt das Recht auf Reproduktion und der Verlierer setzt seinen Weg fort.

Selbst wenn das Weibchen während einer Saison mehrere Partner hat, legt es normalerweise nur ein Ei pro Saison und Jahr (selten zwei auf einmal)! Sie legt dieses Ei in die Hauptkammer des selbstgebauten ‘Hauses’. Sobald das Weibchen den Raum verlässt, verschließt sie ihn mit Schlamm um das Ei vor möglichen Feinden wie Schlangen zu schützen. Sobald das Ei schlüpft, legt das Weibchen den Raum mit Zweigen aus. Das männliche Schnabeltier verlässt das Gebiet sofort, nachdem es ausgewachsen ist. Das Weibliche hingegen bleibt für immer im selben Gebiet. Auf dem gleichen Territorium gibt es also mehrere Generationen von weiblichen Schnabeltieren, die aus derselben Familie stammen.

Feinde des Schnabeltieres in Australien

Dingos, Schlangen, Füchse, Goannas oder Seekrokodile in Flussmündungen Nordaustraliens gehören zu den Feinden des Platypus.

In der Vergangenheit litt der Platypus in Australien unter der Jagd nach seinem Fell und verschiedenen in seinem Lebensraum verwendeten Krustentierfallen. Heute ist es eine geschützte Art, die auf der Liste der gefährdeten Arten der IUCN (International Union for the Conservation of Nature) “von geringer Bedeutung” steht. Dazu wurde der Lebensraum des Platypus durch verschiedene menschliche Konstruktionen fragmentiert, was dazu führte, dass das Schnabeltier in Südaustralien komplett verschwunden ist.

Wo findet man das Schnabeltier in Australien?

Es gibt eine Vielzahl von Orten, von denen man das Schnabeltier aus beobachten kann. An manchen Orten ist das Sehen eines Schnabeltieres sogar garantiert! Denke daran, dass das Schnabeltier normalerweise nachtaktiv ist. Wenn das Wasser klar genug ist, kann der Platypus mit viel Glück am frühen Morgen oder vor Sonnenuntergang auf der Wasseroberfläche gesehen werden. An Stellen wie dem Broken River in Queensland hingegen, wo das Wasser ziemlich ‘milchig’ wirkt, kann das Säugetier den ganzen Tag über beobachtet werden!

Hier ist eine Liste berühmter Orte:

  • Queensland: Broken River im Eungella-Nationalpark (Mackay)
  • New South Wales: Nymboida River oder Bombala River
  • Victoria: Lake Elizabeth im Great Otways National Park
  • Tasmanien: Latrobe im Warrawee Forest Reserve

Es gibt sogar ein Tauchzentrum, das Ausflüge in den natürlichen Lebensraum des Schnabeltiers anbietet. Dieses Zentrum bietet sehr interessante und exklusive Informationen zu der Lebensweise dieser außergewöhnlichen Tiere: das Rainforest Scuba Center am Eingang des Eungella-Nationalparks.

Geschrieben von Julien Rouard – Fauna Experte Australien

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