Du bist in Australien angekommen und möchtest nun schnellstmöglich einen Job finden? Davor gibt es allerdings einiges an Formalitäten zu beachten. Damit du im Wirrwarr zwischen ANZ, Optus, TFN und ABN nicht auf der Strecke bleibst, haben wir alle Formalitäten für die Jobsuche in Australien ausführlich erklärt.
Beantrage deine Steuernummer (TFN)
Wenn du in Australien arbeiten möchtest, benötigst du eine Steuernummer. Die Beantragung deiner Steuernummer (Tax File Number – TFN) ist kostenlos. Du kannst sie ganz einfach über die Webseite der australischen Steuerbehörde (ATO) beantragen – als ausländischer Passinhaber bzw. temporärer Besucher findest du dort das passende Online-Formular.
Für die Beantragung benötigst du einen gültigen Reisepass. Bedenke, dass du die Nummer nur beantragen kannst, wenn du dich bereits in Australien aufhältst. Die Steuernummer erhältst du innerhalb von 28 Tagen per Post an die von dir angegebene australische Adresse. Falls du keine feste Adresse hast, kannst du dir die Steuernummer an eine ausgewählte Postfiliale liefern lassen.
⚠️ Wichtig: Ohne TFN wirst du mit dem Höchstsatz besteuert. Beantrage sie also gleich nach deiner Ankunft – nicht erst, wenn du den Job schon hast.
Eine ausführliche Anleitung findest du hier: TFN beantragen
Mindestlohn in Australien: Was steht dir zu?
Australien hat einen der höchsten Mindestlöhne der Welt – und der gilt auch für dich als Backpacker mit Working Holiday Visum. Es lohnt sich also, die Zahlen zu kennen, bevor du einen Job annimmst.
Seit dem 1. Juli 2026 liegt der nationale Mindestlohn bei:
- 26,44 AUD pro Stunde
- 1.004,90 AUD pro Woche (bei einer 38-Stunden-Woche)
Als Backpacker arbeitest du fast immer als Casual (Gelegenheitsarbeit). Dafür bekommst du einen Zuschlag von 25 % (casual loading) – als Ausgleich dafür, dass du keinen bezahlten Urlaub und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hast. Damit liegt dein Mindestsatz bei 33,05 AUD pro Stunde.
Awards: oft mehr als der Mindestlohn
Die meisten Beschäftigten in Australien fallen unter einen Award – einen Branchentarifvertrag, der Mindestlöhne je nach Branche und Qualifikationsstufe festlegt. Diese Sätze liegen häufig über dem nationalen Mindestlohn. Beispiele für Backpacker-Branchen:
- Hospitality Industry Award (Restaurants, Bars, Hotels)
- Fast Food Industry Award
- Cleaning Services Award (Housekeeping, Reinigung)
- Horticulture Award (Fruit Picking, Farmarbeit)
💡 Penalty Rates: Für Arbeit an Abenden, Wochenenden und Feiertagen stehen dir Zuschläge zu – sonntags und an Feiertagen kann der Stundensatz deutlich steigen. Viele Backpacker wissen das nicht und lassen so Geld liegen.
👉 Den für dich geltenden Satz kannst du kostenlos mit dem Pay Calculator der Fair Work Ombudsman (fairwork.gov.au) prüfen. Diese Behörde ist auch die richtige Anlaufstelle, wenn du unterbezahlt wirst – die Beratung ist kostenlos und du wirst dadurch nicht bei der Immigration gemeldet.
⚠️ Achtung vor „Cash in Hand“: Werde misstrauisch, wenn ein Arbeitgeber dir deutlich weniger als den Mindestlohn bietet oder bar bezahlen will. Das ist illegal, du zahlst keine Steuern ein, bekommst keine Superannuation – und hast im Streitfall kaum eine Handhabe.
Mehr dazu: Löhne in Australien und Gehalt in Australien als Backpacker
Und wie viel Steuern zahlst du?
Als Working-Holiday-Maker gilt für dich ein besonderer Steuersatz: Auf die ersten 45.000 AUD deines Jahreseinkommens zahlst du 15 % Steuern, darüber greifen die regulären Sätze. Am Ende des Steuerjahres (30. Juni) machst du deine Steuererklärung – oft bekommst du dabei Geld zurück.
Mehr dazu: Steuererklärung in Australien
Eröffne ein Bankkonto
Wenn du nicht gerade Cash-in-Hand bezahlt wirst (was du nicht machen solltest, da es illegal ist), benötigst du ein australisches Bankkonto, auf das dein Arbeitgeber dein Gehalt einzahlen kann. Du kannst das Bankkonto entweder bereits von Deutschland eröffnen oder aber ganz einfach in Australien. Hierfür gehst du einfach in die nächste Bankzentrale und legst deinen Pass als Identifikationsnachweis vor. Deine Bankkarte erhältst du dann innerhalb einer Woche. Es macht nichts, wenn du keine feste Adresse hast. Du kannst dir die Karte einfach an eine von dir ausgewählte Postfiliale schicken. Wenn du sie ans Hostel schicken willst, solltest du vorab die Mitarbeiter fragen. Viele Hostels bekommen eine Menge Post und die Karte könnte verloren gehen.
Die bekanntesten Banken in Australien sind: Commonwealth, Westpac, NAB und ANZ. Darüber hinaus gibt es noch weitere internationale Banken, z.B. HSBC, ING und CITI.
Mehr Informationen findest du hier: Bankkonto in Australien eröffnen
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Eröffne einen Superannuation-Account
Neben einem Bankkonto brauchst du einen separaten Superannuation-Account („Super“). Dein Arbeitgeber zahlt zusätzlich zu deinem Gehalt einen Beitrag in diesen Account ein – das ist die australische Altersvorsorge.
Seit dem 1. Juli 2025 liegt der Beitragssatz bei 12 % deines Grundlohns (ordinary time earnings). Das ist die letzte gesetzlich vorgesehene Erhöhung – der Satz bleibt auf diesem Niveau.
🆕 Neu seit dem 1. Juli 2026: „Payday Super“. Dein Arbeitgeber muss die Superannuation jetzt bei jeder Lohnzahlung überweisen (statt wie früher nur einmal pro Quartal). Für dich ist das eine gute Nachricht: Du siehst sofort, ob dein Arbeitgeber tatsächlich zahlt – und merkst schnell, wenn etwas fehlt. Prüfe regelmäßig dein Super-Konto.
Wenn du Australien endgültig verlässt, kannst du dir die Superannuation auszahlen lassen (Departing Australia Superannuation Payment, DASP). ⚠️ Beachte allerdings: Für Inhaber eines Working Holiday Visums (417/462) wird die Auszahlung mit 65 % besteuert. Es bleibt also deutlich weniger übrig, als auf dem Konto steht.
Mehr Informationen findest du hier: Superannuation in Australien
Wähle einen Telefonanbieter
Wenn du auf Jobsuche in Australien bist, benötigst du eine australische Handynummer, damit potenzielle Arbeitgeber dich erreichen können.
Die drei großen Netzbetreiber sind Telstra, Optus und Vodafone. Wenn du ein Smartphone ohne SIM-Lock besitzt, kannst du einfach eine SIM-Karte kaufen, sie einsetzen und sofort lostelefonieren.
Bei der Wahl deines Anbieters solltest du vor allem Netzabdeckung und Kosten vergleichen.

Netzabdeckung
Je nachdem, wo du dich in Australien befindest, solltest du dich für einen bestimmten Anbieter entscheiden. Einige Anbieter bieten besseren Empfang in abgelegeneren Gebieten. Wenn du im Outback unterwegs bist, solltest du dich beispielsweise für Telstra entscheiden. Sei dir allerdings bewusst, dass Australien riesig ist und es immer wieder Gegenden gibt, in denen du überhaupt keinen Empfang haben wirst. Wenn du dich hauptsächlich in Städten aufhältst, ist es egal, für welchen Anbieter du dich entscheidest.
Kosten
Günstiger wird es mit sogenannten MVNOs (Mobile Virtual Network Operators): kleinere Anbieter, die die Netze von Telstra, Optus oder Vodafone mitnutzen und meist deutlich billigere Prepaid-Tarife anbieten. Aldi Mobile (ja, der deutsche Supermarkt) läuft zum Beispiel über das Telstra-Netz.
Telstra-Netz
- Telstra
- Aldi Mobile
- Boost Mobile
- Everyday Mobile (Woolworths)
Optus-Netz
- Amaysim
- Coles Mobile
- Catch Connect
- Dodo
Vodafone-Netz
- Vodafone
- Lebara Mobile
- Kogan Mobile
Wo kannst du eine SIM-Karte kaufen?
SIM-Karten bekommst du praktisch überall: im Supermarkt (Woolworths, Coles, 7-Eleven), in Elektronikläden sowie in den Shops von Telstra, Optus und Vodafone. Am Flughafen kannst du direkt nach der Ankunft eine kaufen – dort sind die Tarife aber oft teurer.
Mehr dazu: Telefonanbieter in Australien
Hol dir deine Zertifikate für die Arbeit
Wenn du in Australien arbeiten willst, solltest du dir bewusst sein, dass manche Jobs bestimmte Kurse bzw. Zertifikate voraussetzen. Das ist beispielsweise in der Gastronomie, im Bau und bei der Kinderbetreuung der Fall.
RSA Zertifikat
Das RSA-Zertifikat wird für Jobs in der Gastronomie vorgeschrieben. Es befähigt dich zum verantwortungsvollen Ausschank von Alkohol in Australien. Du wirst unter anderem darin geschult, zu lernen, wie du beim Bedienen von Gästen verantwortungsvoll handeln kannst, um alkoholbedingte Folgeschäden zu vermeiden, und zu erkennen, welchen Gästen du den Alkohol verweigern solltest (wie Minderjährigen oder bereits betrunkenen Personen).
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Zahle weniger für dein RSA Training (Responsible Service of Alcohol), um an Orten arbeiten zu können, an denen Alkohol ausgeschenkt oder verkauft wird.
Die White-Card für das Baugewerbe
Wenn du in der Bauindustrie arbeiten willst, benötigst du eine sogenannte White Card. Im Kurs lernst du alles zum Thema Sicherheit auf dem Bau: wie du Gefahren erkennst und Unfälle vermeidest. Die Löhne am Bau gehören zu den besten für Backpacker – die Investition lohnt sich also schnell.
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Weitere nützliche Zertifikate
- RSG / RCG – für Jobs in Casinos und an Spielautomaten (mehr erfahren)
- Barista-Kurs – ein Klassiker für Café-Jobs (mehr erfahren)
- Blue Card – Pflicht für die Arbeit mit Kindern (in Queensland)
Beantrage deine ABN
Wenn du als Freelancer in Australien arbeiten möchtest oder dein eigenes Business startest, benötigst du eine sogenannte ABN – eine Australian Business Number. Ebenso wie die TFN ist die Beantragung kostenlos.
⚠️ Vorsicht: Manche Arbeitgeber verlangen eine ABN, obwohl du in Wirklichkeit wie ein normaler Angestellter arbeitest (feste Arbeitszeiten, gestelltes Material, Weisungen). Das nennt sich sham contracting und ist illegal. Mit einer ABN bist du dein eigener Chef: Du bekommst keine Superannuation, keinen Mindestlohn-Schutz und musst deine Steuern selbst zurücklegen.
Mehr Informationen zur Beantragung findest du hier: ABN beantragen in Australien – So funktioniert’s
Deine Checkliste für die Jobsuche
Bevor du dich bewirbst, solltest du Folgendes erledigt haben:
- ✅ TFN beantragt
- ✅ Bankkonto eröffnet
- ✅ Super-Account angelegt
- ✅ Australische Handynummer
- ✅ Australischer Lebenslauf (so geht’s)
- ✅ Ggf. die nötigen Zertifikate (RSA, White Card …)
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Aktualisiert am 12. Juli 2026




















