Australiens Tierwelt ist berühmt für ihre Eigenheiten – und der Wombat ist einer ihrer skurrilsten Vertreter. Dieses stämmige, pelzige Beuteltier gräbt meterlange Tunnel, trägt seinen Beutel verkehrt herum, produziert würfelförmige Häufchen und hat eine der ungewöhnlichsten Verteidigungstaktiken des Tierreichs. Hier sind 10 Fakten über den knuffigsten Baggerfahrer Australiens – und wo du ihn in freier Wildbahn siehst.
Wombats werden bis zu einem Meter groß
Wombats sind größer, als die meisten denken: Sie erreichen eine Länge von 0,9 bis 1,3 Metern und wiegen bis zu 40 kg – so viel wie ein großer Schäferhund. In Tasmanien sind sie etwas kleiner (rund 85 cm und 20 kg).
Ihr Körper ist kompakt und robust gebaut, mit kurzen, kräftigen Beinen. Die dicke, ledrige Haut schützt sie vor Verletzungen durch Wurzeln und Felsen.
Übrigens: Es gibt drei Arten von Wombats:
- den Nördlichen Haarnasenwombat – eines der seltensten Säugetiere der Welt (mehr dazu bei Fakt 10)
- den Nacktnasenwombat (Common Wombat) – der häufigste, den du am ehesten siehst
- den Südlichen Haarnasenwombat

Wombats tragen ihren Beutel verkehrt herum
Anders als Kängurus oder Koalas trägt das Wombat-Weibchen seinen Beutel nach hinten geöffnet.
Das klingt unpraktisch, ist aber genial: Der Wombat gräbt fast ununterbrochen. Ein nach vorn geöffneter Beutel würde sich bei jeder Grabaktion mit Erde füllen – und das Junge darin begraben. Durch die Öffnung nach hinten bleibt der Nachwuchs sauber und geschützt.
Die Jungen – Joeys genannt – krabbeln nach der Geburt in diesen Beutel und bleiben dort mehrere Monate.
Wombats sind reine Pflanzenfresser
Wombats ernähren sich ausschließlich von Pflanzen: Gräser, Kräuter, Wurzeln, Rinde und Zweige. Ihre kräftigen Kiefer und ständig nachwachsenden Zähne mahlen selbst zähestes Pflanzenmaterial klein.
Ihr Verdauungssystem ist eine echte Meisterleistung: Sie können Zellulose extrem effizient verwerten – und brauchen dafür Zeit. Sehr viel Zeit. Ein Wombat verdaut seine Nahrung bis zu 14 Tage lang (der Mensch: rund einen Tag). Genau das ist übrigens der Grund für die berühmten Würfel (siehe Fakt 7).

Wombats sind muskulös – nicht dick
Der Wombat sieht aus wie ein pelziges Fass. Tatsächlich besteht dieser massive Körper aber fast vollständig aus Muskeln, nicht aus Fett.
Er braucht sie: Wombats sind die größten grabenden Säugetiere der Welt. Ihre Vorderbeine und Schultern sind reine Grabmaschinen, mit kräftigen Krallen an breiten Pfoten.
💡 Und noch etwas wird gern unterschätzt: Trotz seiner plumpen Erscheinung erreicht ein Wombat auf kurzen Strecken bis zu 40 km/h. Wer glaubt, er könne einem Wombat davonlaufen, irrt sich.
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Wombats leben in unterirdischen Tunnelsystemen
Wombats graben regelrechte Bauwerke: Ihre Tunnelsysteme können bis zu 20 Meter lang und mehrere Meter tief sein, mit mehreren Eingängen und Kammern.
Der Vorteil: Unter der Erde herrscht eine konstante Temperatur, egal ob es draußen 40 Grad heiß oder nachts eiskalt ist. Der Bau schützt außerdem vor Fressfeinden.
🔥 Ein schöner Nebeneffekt: Bei Buschfeuern dienen Wombat-Baue anderen Tieren als Zufluchtsort – Echsen, kleine Beuteltiere und Vögel überleben in den Tunneln. Der Wombat ist damit so etwas wie der unfreiwillige Bauherr des Buschs.
Wombats sind nachtaktiv
Wombats verlassen ihren Bau meist erst nach Sonnenuntergang. Das schützt sie vor der Hitze und der starken Sonneneinstrahlung des australischen Tages – und nachts sind ihre Nahrungspflanzen feuchter und nahrhafter.
👉 Praktische Konsequenz für dich: Wenn du einen Wombat sehen willst, gehst du in der Dämmerung los – früh am Morgen oder abends.
Der Wombat produziert würfelförmigen Kot
Ja, wirklich: Der Wombat ist das einzige Tier der Welt, das würfelförmigen Kot produziert. Und er produziert davon reichlich – 80 bis 100 Würfel pro Nacht.
Warum? Wombats markieren mit ihrem Kot ihr Revier und legen ihn dafür auf erhöhte Stellen: Steine, Baumstümpfe, Grasbüschel. Und ein Würfel hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer Kugel: Er rollt nicht weg.
Wie geht das? Das haben Forscher erst 2018 herausgefunden: Der letzte Abschnitt des Wombat-Darms hat unterschiedlich elastische Wände – manche Stellen dehnen sich stark, andere kaum. In Kombination mit der extrem langen Verdauung und dem sehr trockenen Kot entstehen so die charakteristischen Kanten. Die Forscher bekamen dafür 2019 den Ig-Nobelpreis – den Preis für Forschung, die „erst zum Lachen bringt und dann zum Nachdenken“.

Der Wombat hat einen Hintern aus Panzer
Das ist der spektakulärste Fakt – und der, den kaum jemand kennt.
Das Hinterteil eines Wombats besteht aus verstärktem Knorpel, dicker Haut und Muskeln. Es ist praktisch ein eingebauter Schild.
Wird ein Wombat in seinem Bau angegriffen, dreht er dem Angreifer den Hintern zu und blockiert damit den Tunnel. Der Panzer hält Bisse und Krallen ab. Und dann kommt der Clou: Schiebt der Angreifer den Kopf über den Wombat, drückt dieser ruckartig nach oben – und zerquetscht den Schädel des Angreifers gegen die Tunneldecke.
Der knuffige Wombat ist also, wenn er muss, alles andere als knuffig.
Bei Kälte tanken Wombats Sonne
Obwohl sie nachtaktiv sind, machen Wombats im Winter gern eine Ausnahme: An kalten, sonnigen Tagen kommen sie morgens oder am späten Nachmittag heraus, um sich in der Sonne aufzuwärmen und ihre Körpertemperatur zu regulieren.
👉 Deshalb hast du im Winter die besten Chancen, einen Wombat bei Tageslicht zu sehen – etwa in Cradle Mountain (Tasmanien).

Eine Wombat-Art ist extrem selten – aber es geht bergauf
Der Nördliche Haarnasenwombat ist eines der seltensten Säugetiere der Welt. In den 1980er-Jahren gab es nur noch rund 35 Tiere, 2003 waren es etwa 113.
Aber – und das ist die gute Nachricht, die man selten liest – es funktioniert: Dank eines dingosicheren Zauns, strenger Schutzmaßnahmen und der Umsiedlung von Tieren in neue Gebiete ist die Population auf über 400 Individuen (Stand 2024) gestiegen.
Sie leben in freier Wildbahn in Queensland, verteilt auf drei Standorte: den Epping Forest National Park (die Hauptpopulation), das Richard Underwood Nature Refuge und ein drittes Schutzgebiet, das 2024 dazukam.
Es ist eine der schönsten Erfolgsgeschichten des australischen Artenschutzes.
Bonus: Der Wombat hat sogar eigene Feiertage
- 22. Oktober: der inoffizielle Wombat Day.
- 11. Mai: der „Hairy-Nosed Day“. Alle Australier sollen an diesem Tag mit einer „behaarten Nase“ (also einem Schnurrbart) herumlaufen – um auf den bedrohten Nördlichen Haarnasenwombat aufmerksam zu machen.
⚠️ Wichtig: Wombats auf der Straße
Das ist kein lustiger Fakt, aber der wichtigste dieses Artikels.
Wombats sind nachtaktiv und werden extrem häufig überfahren. Für dich als Fahrer ist das auch gefährlich: Ein 40 kg schwerer, muskulöser Wombat ist wie ein Felsblock – ein Zusammenstoß kann dein Fahrzeug schwer beschädigen.
- Fahr nachts langsam und meide unnötige Nachtfahrten (siehe unser Roadtrip-Guide).
- Weich nicht ruckartig aus – das führt oft zu schlimmeren Unfällen.
- 🐨 Findest du ein totes Wombat-Weibchen am Straßenrand: Prüfe (wenn du dich sicher fühlst) den Beutel. Joeys überleben den Aufprall oft und können gerettet werden. Ruf WIRES (1300 094 737) oder die lokale Wildtierhilfe an.
Häufig gestellte Fragen
Wo leben Wombats?
Wombats leben in Wäldern, Hügel- und Buschlandschaften im Südosten Australiens (New South Wales, Victoria, südliches Queensland, South Australia) und in Tasmanien. Der Nördliche Haarnasenwombat kommt ausschließlich in Queensland vor.
Was fressen Wombats?
Wombats sind reine Pflanzenfresser: Gräser, Kräuter, Wurzeln, Rinde und Zweige. Ihre kräftigen Kiefer und ihre nachwachsenden Zähne zermahlen selbst hartes Material. Dank ihres langsamen Stoffwechsels kommen sie mit sehr wenig Wasser aus.
Wie vermehren sich Wombats?
Wombats bekommen in der Regel ein einziges Junges. Die Tragzeit ist extrem kurz – nur etwa 21 Tage (das ist bei Beuteltieren normal). Das Joey ist bei der Geburt winzig, kaum größer als eine Bohne, und krabbelt sofort in den Beutel der Mutter.
Dort bleibt es rund 6 bis 9 Monate, bevor es den Beutel verlässt. Danach bleibt es noch mehrere Monate in der Nähe der Mutter.
Wo kann man Wombats in Parks und Reservaten sehen?
Wenn du sichergehen willst, einen Wombat zu sehen, besuchst du ein Wildlife-Sanctuary. Diese Einrichtungen engagieren sich meist auch im Artenschutz. Preise ca. (Stand 2026 – prüf sie vor deinem Besuch):
- Perth: Caversham Wildlife Park – ca. 32 $
- Melbourne: Healesville Sanctuary – ca. 42 $
- Sydney: Taronga Zoo – ca. 42 $ (inkl. Fähre)
- Canberra: Tidbinbilla Nature Reserve – ca. 14,50 $ pro Fahrzeug
- Brisbane: Lone Pine Koala Sanctuary – ca. 49 $
Wo kann man Wombats in freier Wildbahn sehen?
Einen Wombat in der Natur zu treffen, bleibt eine der schönsten Erinnerungen an Australien. Geh in der Dämmerung los – und im Winter auch tagsüber. Die besten Orte:
- Cradle Mountain – Lake St Clair National Park (Tasmanien) – vor allem bei Ronny Creek: der wohl beste Wombat-Spot Australiens, hier siehst du sie fast garantiert
- Maria Island (Tasmanien) – ebenfalls sehr zuverlässig
- Narawntapu National Park (Tasmanien) – nicht umsonst „das Serengeti Tasmaniens“ genannt
- Wilsons Promontory National Park in Gippsland (Victoria)
- Tower Hill Reserve an der Great Ocean Road (Victoria)
- Blue Mountains National Park (New South Wales)
⚠️ Bitte beachten: Wildtiere nicht füttern und nicht anfassen. Wombats wirken zutraulich, sind aber Wildtiere – und mit ihren Krallen und ihrem Gewicht können sie ernsthaft verletzen. Halte Abstand und lass sie in Ruhe.
🚐 Wombats auf deinem Roadtrip
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