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In einem Restaurant in Noose arbeiten – Ein Erfahrungsbericht

In einem Restaurant in Noose arbeiten – Ein Erfahrungsbericht

Nicolas war mit dem Working Holiday Visum in Australien. Mit seiner damaligen Freundin ist er mit einem Van durchs Land gefahren. Da sie ab und an allerdings auch Geld verdienen mussten, um ihre Reise zu finanzieren, zog es sie nach Noosa in Queensland. Dort arbeite er in der Gastronomie – zum ersten Mal in seinem Leben. Von seiner Arbeit im Restaurant in Noosa berichtet er in unserem Blog.

Ohne Erfahrung in einem Restaurant in Noosa arbeiten – So hat es geklappt

Wie es eben oft so läuft, habe ich über einen Freund erfahren, dass ein Job in einem Restaurant in Noosa frei wird. Er selbst habe dort früher mal gearbeitet.

Ich war etwas skeptisch, da ich gar keine Arbeitserfahrung in der Gastronomiebranche habe. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, mich zu bewerben. Vor allem, weil ich schnell an Geld kommen musste – aber auch, weil ich mir vorstellen konnten, dass es Spaß machen würde in einem Restaurant zu arbeiten.

Noch am selben Tag machte ich mich auf ins Restaurant. Die Bedienung, die meinen Lebenslauf entgegen nahm, machte sich wohl etwas lustig über meine fehlende Erfahrung in der Gastronomie. Dem Chef schien es glücklicherweise egal. Der 50-jährige Australier beschloss, mir eine Chance zu geben. Ich musste eine Woche lang abends zum Probearbeiten – als Küchenhilfe. Das war kurz vor Beginn der Hauptsaison.

 

Das Restaurant in Noose: Le Bistro C

Ich habe die Probezeit bestanden und war nun offiziell angestellt im Le Bistro C. Das Restaurant war sehr edel mit abwechslungsreichen und wirklich guten Gerichten. Außerdem gab es eine Terrasse mit Blick auf den Hauptstrand von Noosa. Es konnten etwa 150 bis 250 Leute Platz nehmen.

Neben den Gerichten auf der Karte gab es spezielle Themenabende, zum Beispiel den Mexikanischen Abend (mit Enchiladas, Fleischbällchen mit Mais, etc.) oder einen Abend an dem nur Seafood aufgetischt wurde. An einem weiteren Abend gab es balinesisches Essen. Mein Lieblingsgericht war der karamellisierte Schweinebach mit Süßkartoffeln – ein wahrer Genuss!

Der Vertrag und mein Gehalt

Nach meiner Probezeit unterschrieb ich einen Vertrag, der auf 6 Monate befristet war.

Ich arbeitete ca. 32 Stunden pro Woche (von 18 Uhr bis Mitternacht). Hier und da fielen ein paar zusätzliche Stunden an. Insgesamt habe ich pro Woche ca. 600 AUD verdient (Steuern bereits abgezogen). Meine Freundin und ich durften im Restaurant essen. Das war perfekt, denn so mussten wir kein zusätzliches Geld für Essen ausgeben.

Das Team

In meiner Probewoche lernte ich bereits all meine Kollegen kennen, die alle sehr nett waren. Das internationale Team bestand aus einem balinesischem Koch, einem Engländer, einem Amerikaner, einem Thai, einem Koreaner, einem Australier und mir. Ich hatte noch nie mit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen gearbeitet.

Meine Entwicklung

Nach und nach wurde ich immer sicherer in meinem Job. Das Team und mein Chef waren sehr zufrieden mit mir und langsam durfte ich neben den typischen Aufgaben einer Küchenhilfe (Teller waschen und die Küche sauber halten) auch Mahlzeiten zubereiten. Das hat mir natürlich sehr gefallen.

Das Zubereiten der Mahlzeiten nahm viel Zeit in Anspruch, weshalb eine weitere Küchenhilfe eingestellt wurde: ein 25-jähriger Koreaner, den ich eigenständig einweisen durfte. Nachdem er alle Aufgaben selbstständig durchführen konnte, widmete ich mich komplett der Zubereitung der Gerichte. 1 bis 2 Stunden vor dem Ansturm um 20 Uhr ging es für mich ziemlich hektisch zu. Ich musste unglaublich viel Gemüse schneiden und Fleisch zubereiten und alles dafür tun, dass es der Koch während der Rushhour ab 20 Uhr so einfach wie möglich hat.

Mein Leben außerhalb der Arbeit

Um Geld zu sparen, schliefen wir in unserem Van auf dem Parkplatz am Strand. Das war weit weg vom Stadtzentrum. Nach kurzer Zeit hatten wir Routine in unser Leben gebracht und konnten uns bereits mit kleinen Dingen etwas mehr Luxus gönnen: Kostenloses Wifi in der Bibliothek, kostenlose Duschen in der Nähe des Woolworths und außerdem viele tolle Wanderungen im Noosa Nationalpark.

In der Zwischenzeit hatte meine Freundin auch einen Job in einem Restaurant in Noosa gefunden – ganz in der Nähe von mir. Allerdings verdiente sie weitaus weniger.

Back on the road

Nach 3 Monaten hatten wir wieder Hummeln im Hintern. Wir wollten zurück auf die Straße und unsere Reise fortsetzen. Wir hatten genug Geld gespart, um für längere Zeit erstmal nicht arbeiten zu müssen. Mit schwerem Herzen kündigte ich das Arbeitsverhältnis. Der Chef versuchte mich noch zu überreden länger zu bleiben und bot mir sogar die Option eines Sponsorships an – doch mich trieb es weiter. Mit tollen Erinnerungen ging es dann Richtung Süden. Ich bin froh, dass ich mich trotz fehlender Erfahrung auf diesen Job beworben habe. Es war eine wirklich tolle Zeit. Ich habe viel gelernt und viele neue Freundschaften geschlossen.

In einem Restaurant in Noose arbeiten – Ein Erfahrungsbericht
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